Leben mit dem neuen Hüftgelenk

Der langfristige Erfolg eines Gelenkersatzes wird durch die Nachbehandlung und durch Ihr Verhalten nach der Operation beeinflusst. Nach erlernten Verhaltensmustern in der Rehabilitation steht das Leben in Ihrem gewohnten Alltag an, mit all den dort auftretenden situationsbezogenen Belastungen. Ihr Knochen adaptiert sich ungefähr in einem Zeitraum von 7 Monaten an die Prothese. Das heißt, dass der Knochen an die Implantatoberfläche anwächst, bzw. Umbauvorgänge im Knochen stattfinden. Daher sollten in diesem Zeitraum keine starken Belastungen auf die Prothese einwirken.

Tipps und Tricks

Im Folgenden finden Sie einige Empfehlungen für den Alltag, insbesondere für die ersten sechs Monate, die Ihnen den Umgang mit dem künstlichen Gelenk vereinfachen:

Zu vermeiden sind:

  • Abrupte und ruckartige bzw. stoßartige Bewegungen
  • Ausdauersportarten, häufiges Treppensteigen
  • Übermäßiges und langes Stehen
  • Überschlagen der Beine
  • Sitzen in tiefen Sitzmöbeln wie Sofas bzw. Loungesesseln
  • Starke und überproportionale Gewichtszunahme
  • Heben von schweren Lasten

Empfehlungen für die Vereinfachung des Alltags:

  • Gutes, flaches und rutschfestes Schuhwerk
  • Schuhe mit Klettverschluss oder elastischen Schnürsenkeln
  • Ausräumen von Stolperfallen wie z. B. Teppichkanten, herumliegende Gegenstände
  • Sitzkissen als Erhöhungsunterlage

Die Sexualität

Auch der sexuelle Kontakt wird mit einem künstlichen Hüftgelenk nicht wesentlich eingeschränkt. Sie sollten allerdings in der Anfangsphase unbedingt darauf achten, dass alle Bewegungen schmerzfrei durchführbar sind und auf Hüftbeugungen von mehr als 90° verzichten. Auch sollte das Gewicht ihres Partners nicht direkt auf das operierte Gelenk einwirken.

Der Sport

Nach dem Anwachsen der Prothesenkomponenten an den Knochen ist eine hohe Stabilität erreicht. Allerdings ist ein künstliches Gelenk nicht mit einem natürlichen zu vergleichen, so dass es  Einschränkungen, zum Beispiel beim Sport, gibt. Sport ist jedoch in jeglicher Hinsicht positiv. Doch sollte das berühmte „Maß halten” zum Tragen kommen. Gerade Stoßbewegungen, wie bei Sprüngen aus höherer Distanz sowie Belastungen, die ruckartig und in schnellen wiederkehrenden Zyklen  auftreten oder einen hohen Bewegungsumfang erfordern, sind eher zu vermeiden.

Geeignete Sportarten:

  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Wandern, Nordic Walking
  • Ski Langlauf
  • Gymnastik
  • Tanzen (Standard- bzw. Lateintänze)


In Absprache mit Ihrem Arzt können folgende Sportarten in Betracht gezogen werden:

  • Golfen
  • Joggen (auf Waldboden, Tartanbahnen)
  • Krafttraining


Weniger geeignete Sportarten (nach Rücksprache mit dem Arzt):

  • Ballspiele und Mannschaftssport wie Fußball, Handball, Basketball,…
  • Squash
  • Reiten
  • Tennis
  • Alpiner Skilauf


Die hier aufgeführten Punkte entsprechen keiner Generalempfehlung und können von Patient zu Patient abweichen. Ihr Alter, die sportliche Erfahrung sowie Ihr körperlicher Allgemeinzustand beeinflussen die Gesamtsituation. Sprechen Sie bitte hierzu Ihren betreuenden Arzt bei weiteren Fragen direkt an.